Jahrestagung der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft (IEFG), 23.–25. April 2027, Ev. Akademie Hofgeismar
„Die biologisch nichtadaptive, bösartige Aggression, das heißt die Destruktivität und Grausamkeit, stellt keine Verteidigung gegen eine Bedrohung dar; sie ist nicht phylogenetisch programmiert; sie kennzeichnet allein den Menschen; sie ist biologisch schädlich, weil sie sozial zerstörerisch wirkt; ihre Hauptmanifestationen – Mord und Grausamkeit – sind lustvoll, ohne dass sie einem anderen Zweck zu dienen brauchen; sie ist nicht nur schädlich für denjenigen, der angegriffen wird, sondern auch für den Angreifer. Die bösartige Aggression ist zwar kein Instinkt, sie ist aber ein menschliches, in den Bedingungen der menschlichen Existenz selbst verwurzeltes Potenzial.“ ― (Erich Fromm)
In Deutschland und Europa werden rechtspopulistische und rechtsextreme Kräfte immer stärker. Ein wachsender Teil unserer Gesellschaft wird von Wut erfasst – auf die demokratischen Prozesse, auf Fremdes, auf Menschen mit Lebensentwürfen, die nicht in die Raster tradierter Gesellschaftscharaktere passen. Erich Fromm (1900–1980), prägender Sozialpsychologe hinter der freudomarxistischen Gesellschaftstheorie der Frankfurter Schule und selbst Psychotherapeut, beschrieb verschiedene Arten der Aggression. Mindestens eine von ihnen liegt begründet in einem Charakter, der sich durch das ungelebte Leben entwickelt: Wer den menschlichen Drang zur Förderung des Lebens und des Lebendigen (Biophilie) nicht ausreichend auslebt, kann in eine Ablehnung gegenüber diesen geraten. Wurzelt darin der neu aufflammende Faschismus? Oder woran liegt es, dass destruktive Strebungen, dass Zerstörungsgelüste stärker akzeptiert werden? Und was kann man dem – gedacht mit Fromm, dem hoffnungsvollen Autor von Anatomie der menschlichen Destruktivität (1973), Haben oder Sein? (1976) und Die Kunst des Liebens (1956) – entgegensetzen?
In Vorbereitung ihrer Jahrestagung 2027 ruft die Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft dazu auf, bis zum 15. Dezember 2026 Abstracts für Vorträge einzureichen, die sich mit dem Thema Destruktivität auseinandersetzen. Dabei sollte der Bezug auf Erich Fromms Denken und seine Schriften deutlich werden, doch akzeptieren wir neben Beiträgen aus der akademischen Wissenschaft auch gerne solche aus der beruflichen Praxis. Ein besonderes Interesse haben wir – im Sinne der Nachwuchsförderung – an Einreichungen von Personen bis zum 35. Lebensjahr.
Die ausgewählten Vortragenden erhalten die Möglichkeit, kostenlos (inklusive 2 Übernachtungen und Vollverpflegung) an der Jahrestagung in Hofgeismar teilzunehmen.
Die maximale Zeichenanzahl des Abstracts (inklusive Leerzeichen) beträgt 2.000.
Jedem Abstract ist eine Kurzbiographie von circa 300 Zeichen (inklusive Leerzeichen) im selben Dokument beizufügen. Es ist zudem eine E‑Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme anzugeben.
Die Beiträge sind in einer E‑Mail direkt zu senden an Dr. Nils Bischof sowie M.A. Benjamin Schramm.
Einreichungen nach dem 15. Dezember 2026, 23:59 Uhr, werden nicht berücksichtigt. Pro Person ist nur eine Einreichung zulässig. Eine Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis spätestens 15. Januar 2027.