Neu­erschei­nung »Die Domi­nanz­ge­sell­schaft und der NSU-Kom­plex«

Im Ver­lag Bar­bara Bud­rich ist das neue Buch von Char­lie Kauf­hold »Die Domi­nanz­ge­sell­schaft und der NSU-Kom­plex« erschie­nen.

Wel­che Gefühle und (unbe­wuss­ten) Kon­flikte kom­men bei der Beschäf­ti­gung mit dem extrem rech­ten Ter­ror des Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grunds (NSU) auf? Char­lie Kauf­hold zeich­net durch eine psy­cho­ana­ly­tisch ori­en­tierte Vor­ge­hens­weise ein facet­ten­rei­ches Bild der deut­schen Gesell­schaft, in der Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus viel­fach das Emp­fin­den prä­gen. Der Fokus liegt auf den psy­cho­so­zia­len Dyna­mi­ken der Domi­nanz­ge­sell­schaft, das heißt dem Teil der Gesell­schaft, der nicht von Ras­sis­mus und/​oder Anti­se­mi­tis­mus betrof­fen ist.

Mit­tels Tie­fen­her­me­neu­tik wer­den fünf Grup­pen­dis­kus­sio­nen mit sozio­de­mo­gra­fisch hete­ro­ge­nen Real­grup­pen aus­ge­wer­tet. Der Natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Unter­grund stellt für die Stu­di­en­teil­neh­men­den eine Ver­ge­gen­wär­ti­gung der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­gan­gen­heit Deutsch­lands dar. Bei den domi­nanz­deut­schen Teil­neh­men­den führt dies auf laten­ter Ebene zu Kon­flik­ten um die eigene Iden­ti­tät als Deut­sche. Psy­cho­so­ziale Fol­ge­wir­kun­gen des Natio­nal­so­zia­lis­mus und des schuld­ab­weh­ren­den Umgangs mit sei­nen Ver­bre­chen in der Nach­kriegs­zeit wer­den dabei erkenn­bar. Bei den Teil­neh­men­den, die von Ras­sis­mus oder Anti­se­mi­tis­mus betrof­fen sind, zeigt sich hin­ge­gen auf laten­ter Ebene eine Kon­fron­ta­tion mit Angst, die so bedroh­lich ist, dass sie abge­wehrt wer­den muss.

Das Buch kann über die Seite des Ver­lags auch kos­ten­los im Open Access her­un­ter­ge­la­den wer­den.